Greenkeeper Verband NRW e.V.

 

Frühjahrstagung 2008 in Münster

Die, mittlerweile traditionell zweitägige Frühjahrstagung des GVD-NRW fand in diesem Jahr vom 9.3. -10.3. in Münster im Hotel Münnich sowie auf der Golfanlage des GC Münster Tinnen e.V. statt. Zur Mitgliederversammlung erschienen rund 60 Teilnehmer und konnten vom 1. Vorsitzenden Hermann Hinnemann und seinen Vorstandskollegen begrüßt werden. Als Stichpunkte aus der zügig durchgeführten Versammlung sind das neue Layout des Greenkeeper Journals, die GVD-Tagung in Bad Honnef, die Frühjahrsfortbildung in Fulda, sowie aus sportlicher Sicht die durchgeführten Meisterschaften des GVD-NRW beim Golfclub Gut Neuenhof in Fröndenberg sowie die GVD-Meisterschaft in Bad Neuenahr zu nennen. Als neuer Ersatzkassenprüfer wurde Markus Dreckmann für den ausscheidenden Bernd Habrock gewählt. Golferische Ausblicke für das Jahr 2008 waren die Meisterschaft des GVD-NRW im GC Mühlheim am 8.9., die Don Harradine Trophy, sowie die GVD-Meisterschaft am 30.10. im altehrwürdigen GC Kassel Wilhelmshöhe.

Aus Verbandssicht hervorzuheben ist noch das neue Zertifizierungssystem des GVD, das den Mitgliedern von Hermann Hinnemann vorgestellt wurde. Es wird zukünftig den Mitgliedern die Möglichkeit geben ihre Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen für sich und ihren Arbeitgeber zu dokumentieren und über die erworbenen Punkte ihren Zertifizierungsstatus zu erhalten. Es sei darauf hingewiesen, daß es sich um ein freiwilliges System handelt und niemand bei Nichtteilnahme seine einmal erworbenen Ausbildungstitel verlieren wird.

Im Anschluß an die Versammlung erfolgte der erste Seminarteil der Tagung mit dem Vortrag von Herrn Dipl. Ing. M. Barth zum Thema biologische Schädlingsbekämpfung auf Golfrasen. Er stellte Möglichkeiten vor, verschiedene Schädlinge wie Engerlinge und Tipula-Larven mit spezifischen Nematoden zu bekämpfen. Dabei ist besonders der Lebenszyklus des Schädlings, die Ausbringtechnik, sowie die unmittelbar anschließende Bewässerung der behandelten Flächen zu beachten, um einen Bekämpfungserfolg zu gewährleisten. Dieser kann bei optimalen Bedingungen bis zu 90 % betragen, ist aber auch vom Witterungsverlauf nach der Behandlung abhängig.

Im Anschluß an den Vortrag wurde ein gemeinsames Essen eingenommen und der Abend klang in gemütlicher Runde aus.

Die Vortragsreihe des nächsten Tages fand vor etwa 100 Teilnehmern statt und stand ganz im Zeichen der Überschrift: Farbe ins Rough

Den einführenden Vortrag hielt der vielen aus der Ausbildung bekannte Landschaftsarchitekt Dipl. Ing. Karl F. Grohs. Er ging auf das Spannungsfeld zwischen Golf, Landschaftarchitektur und Oekologie ein, stellte die Funktion des Roughs für Golf, Natur und Landschaftsentwicklung dar und referierte über die Möglichkeiten der Entwicklung von Roughs in Abhängigkeit des natürlichen Potentials und der Etablierungsmethode (Ansaat, Entwicklung aus vorhandenem Bestand). Des Weiteren ging er auf die Möglichkeit ein, mit Zwiebeln und Knollen Blühinseln auf dem Golfplatz zu schaffen, sei es in schattigen, feuchten oder sonnigen Lagen. So hat der Greenkeeper die Gelegenheit eine Art Corporate Identity für seinen Platz zu erschaffen. Wichtig ist es hier vor allem in einem, das Landschaftsbild prägendem, Maßstab zu agieren und sich nicht mit sogenannten „Katzengräbern“ zufrieden zu geben.

Im Anschluß daran trat Dr. U. Thumm Dozent an der Uni Hohenheim und Mitarbeiter der Rasenfachstelle ans Mikrophon, um über die Machbarkeit und Vorgehensweise, Farbe ins Rough zu bringen, zu sprechen. Er hob zuerst auf die prinzipiellen Faktoren ab, die einen Pflanzenbestand beeinflussen und ihn zu seiner Ausprägung bringen. Er wird von Natur- und Kulturfaktoren sowie vor allem der Konkurrenz unter den Pflanzen geformt. Konkurrenz wird unter anderem in ober- und unterirdische Konkurrenz unterschieden, wobei die unterirdische oft die maßgeblichere für die Pflanzen ist (Problematik der Nachsaat in bestehenden Pflanzenbeständen). Ein stabiler Pflanzenbestand entwickelt sich, je nach Ausgangssituation (nährstoffarm vs. nährstoffreich), nach frühestens 5 – 10 Jahren, man sollte also eine entsprechende Ausdauer an den Tag legen und nicht zu früh auf die Etablierung einer artenreichen Blumenwiese hoffen. Diese können sich bei limitierter Ressourcenverfügbarkeit und angepasster Schnittnutzung bilden. Weiterhin ging er auf die Vor- und Nachteile verschiedener Saatverfahren wie Übersaat, Schlitzsaat, oder Streifensaat und wies auf die langsame Keimung und das schwache anfängliche Konkurrenzverhalten vieler erwünschter Kräuter hin.

Den Abschluß der Vorträge bildete Herr Steffen Schweer von der Firma Nebelung, der verschiedene Saatgutmischungen vorstellte, die Aspekte wie Bestandshöhe, Blühaspekt, Nachhaltigkeit, oder Artenreichtum berücksichtigen können. Auch zeigte er eine Reihe von Blumenzwiebeln, deren vielfältigen Sorten, ihren Einsatzmöglichkeiten und Standortbedingungen auf. Neben großformatigen Blütenständen für die Clubhausterrasse gibt es oft auch Wildformen in einer Art, die sich für eine dezente Platzierung im Rough oder am Waldsaum anbieten. Abgesehen von den natürlichen Faktoren ist für die Ausdauer dieser Arten ausschlaggebend, daß die ausgeblühten Pflanzen in Ruhe abreifen können und nicht sofort geschnitten werden, so daß die Zwiebeln keine Nährstoffe mehr einlagern können.

Der praktische Teil der Tagung mit Maschinenvorführung fand am Nachmittag auf dem Golfplatz Münster Tinnen e.V. statt und wurde vom Headgreenkeeper Mathias Kolkmann begleitet. Hier hatten sich wieder namhafte Maschinenhersteller mit ihrer Technik zur Roughpflege, zur Bodenbearbeitung und zur Einsaat versammelt. Es wurden der Reihe nach Goßflächenmäher, Mähkontainer Bodenumkehrfräsen und verschiedene Nachsaatmaschinen vorgeführt und konnten im Einsatz begutachtet werden. An dieser Stelle möchte der Verband allen Referenten und Ausstellern noch einmal seinen Dank für ihr Engagement und die interessante Präsentation aussprechen, die zu dem guten Gelingen der Tagung beigetragen haben. Darüber hinaus dankt der Vorstand dem GC Münster Tinnen und seinem Headgreenkeeper für die freundliche Aufnahme und deren Bereitschaft, alle Maschinen auf dem Platz einsetzen zu dürfen. Zum Ende soll die Ehrung dreier Kollegen für ihre langjährige Mitgliedschaft, erst in der IGA, dann im GVD, nicht unerwähnt bleiben. Diese drei bringen es zusammen auf 93 Jahre Mitgliedschaft im Berufsverband der Greenkeeper! Im einzelnen sind dies Peter Zenker mit 35 Jahren, Johannes Große-Schulte sen. mit 33 Jahren und Theo Jackes mit 25 Jahren Zugehörigkeit. Wir finden daß dies eine erwähnenswerte Leistung ist und wünschen den Kollegen, die alle noch aktiv sind, alles Gute und Gesundheit für die Zukunft.

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