Greenkeeper Verband NRW e.V.

 

Ein Streifzug durch den Garten Eden

Es war wohl eher ein Spaziergang durch das Winterwunderland als durch den Garten Eden, den die Teilnehmer der Frühjahrstagung vom 07.-08.03.2010 in Legden unternehmen konnten. Es waren am Sonntag ca. 90 Mitglieder und Gäste ins Dorf Münsterland angereist, um die Mitgliederversammlung abzuhalten, sowie interessante Vorträge zu hören und sich anschließend beim Abendessen und gemütlichen Teil auszutauschen. Am Montag gesellten sich noch ca. 30 Teilnehmer dazu, so dass sich ca. 120 Greenkeeper und Gäste aus der Industrie trafen. Der lange Winter hatte das ganze Land immer noch fest im Griff und so konnte der Bezug nur virtuell von der Firma Pötter, vertreten durch Herrn Matthias Pötter, bei ihrer Firmenvorstellung am Montag hergestellt werden. Diese ist neben dem Gala- und Golfplatzbau als „Gärtner von Eden“ in der Branche ein fester Begriff und konnte auf einige schöne Beispiele der aktuellen Gartenbaukunst zurückgreifen. Den Teilnehmern ist die Firma Pötter als einer der renommierten Golfplatzbauer bekannt, der im Neu- und Umbau sowie der Renovierung von Golfanlagen tätig ist. Herr Pötter stellte den Teilnehmern verschiedene Renovations- und Umbauprojekte vor und erläuterte mögliche Herangehensweisen unter der Prämisse, dass die vorhandenen Platzstrukturen so wenig wie möglich belastet und geschädigt werden. Insbesondere stellte er  heraus, dass eine gute Zusammenarbeit mit dem Greenkeeping unerlässlich ist, um gute Ergebnisse zu erzielen. Im Anschluss an den Vortrag lud die Firma Pötter die Teilnehmer zum Mittagessen auf ihren Betriebshof mit einer anschließenden Führung ein, bei der ein beeindruckendes Firmengelände besichtigt werden konnte.

Im Vorfeld hielt Herr Thomas Beckmann von der Firma RainBird ein Referat zu den Möglichkeiten für die Optimierung der Beregnungsanlage in bestehenden Anlagen oder bei einer Platzerweiterung. Er erläuterte alle Komponenten von der Pumpstation bis zur Düse am Regner und zeigte eine Vielzahl an Parametern und Fehlermöglichkeiten auf, wobei der Greenkeeper seine Eingriffsmöglichkeiten vor allem in der Programmierung der Beregnung und in der Überwachung  der Verteilgenauigkeit hat. So können verschlissene Düsen an den Regnern die modernste Beregnung enorm verschlechtern und eine falsche Programmierung eine schlechte Ausnutzung der Ressourcen Wasser und Strom verursachen. Hier ist jeder verantwortliche Greenkeeper gefordert, seine Anlage zu überprüfen.

In den Tag gestartet war zuvor noch die Geschäftsstellenleiterin des GVD Frau Jutta Klapproth, die den Anwesenden die Aufgaben und Angebote der Geschäftsstelle des GVD von Mitgliederverwaltung bis zur Rechtsberatung erläuterte. So erhielten die Mitglieder einen umfassenden Einblick in das vielschichtige Aufgabenfeld des GVD, dass es bei begrenzten Mitteln zu bearbeiten gilt. Außerdem warb sie für eine aktive Mitarbeit, sei es einfach bei anfallenden Adressensänderungen, dem Bankeinzugsverfahren für die Jahresbeiträge, oder auch bei dem nun neu zu gestaltenden Forum auf der Internetseite des GVD.

Der Sonntag startete mit der Mitgliederversammlung, die zügig durchgeführt wurde. Das Resümee des vergangenen Jahres beinhaltete die Tagungen in Kirchellen und Essen, sowie das Turnier in Ratingen. Alle Veranstaltungen waren sehr gut besucht und konnten als Erfolg gebucht werden. Ein großer Dank ging wieder an die Mithilfe und das Engagement der Industrie, ohne die die Veranstaltungen nicht in dem gewohnten Rahmen hätten durchgeführt werden können. Allerdings ist der Kassenbestand auf Grund des Aufwandes für die mehr-tägigen Veranstaltungen erheblich gesunken, so dass Maßnahmen getroffen werden mussten. Die Versammlung beschloss deshalb, dass zur nächsten Frühjahrstagung eine Tagungsgebühr bis zu 50,- € von den Teilnehmern erhoben werden kann. Als Alternative hätte das Aussetzen der Übernachtung gestanden, was von der Mitgliederversammlung nicht gewünscht wurde, da die Möglichkeit des persönlichen Austauschs untereinander gelitten hätte.

Im Anschluss an die Versammlung hielt Dr. Lung von der Firma Optimax ein Referat zu den Möglichkeiten der Saatgutbehandlung und den damit zu erzielenden Effekten. Neben verschiedenen Zwecken der Behandlung wie Krankheitsunterdrückung, Beschleunigung der Keimung und Jugendentwicklung zeigte er die unterschiedlichen Möglichkeiten auf, Saatgut zu behandeln, wie z.B. Vorkeimung, Beizung und Pillierung. Leider stehen die Erfolge den Erwartungen, bzw. Ergebnissen im Labor oftmals noch zurück, so dass es weiterer Forschung und Versuche bedarf. Ein wesentlicher Fakt ist jedenfalls die Frische des behandelten Saatguts, dieses sollte möglichst zeitnah bestellt und verwendet werden, da die Haltbarkeit behandelten Saatguts reduziert ist.

Zum Abschluss des Referatteils stellte Herr Rohling von der Firma Scotts den in Deutschland neu nach § 18 a zugelassenen Wachstumsregulator Primo Maxx vor. Dieser Regulator soll das Längenwachstum der Gräser reduzieren, gleichzeitig aber das Wurzelwachstum und die Seitentriebbildung verstärken. Er erläuterte verschiedene Aspekte zur Wirkung, zum Anwendungszeitpunkt, den Aufwandmengen, sowie aber auch mögliche Problemfelder, z.B. bei Poa annua, die nach der Anwendung etwas leidet, aber keinen nachhaltigen Schaden nehmen soll. So steht ab diesem Jahr ein Werkzeug zur Verfügung, das sich in den USA sehr großer Beliebtheit erfreut und vielfach angewendet wird, während wir deutschen Greenkeeper den Umgang damit erst noch lernen müssen.

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